Es gibt Fragen, da gibt es nur entweder/oder, 1 oder 0: Kaffee oder Tee, Star Wars oder Star Trek, Waltons oder Simpsons, Robbie Williams oder Justin Timberlake, odere eben: proprietär oder Open Source.Lange Zeit galt Open Source als eine "Lösung für BFN" (Bastler, Frickler, Nerds). Wer einen Computer nutzte und im Internet unterwegs war, setzt zumeist auf Standardlösungen von Bill und Steve. Jedoch - Open Source ist in unterschiedlichen Gestalten und auf unterschiedlichen Gebieten auf dem Vormarsch und ist gerade für den Bildungsbereich interessant.
Der Studie "Unlikely Bedfellows - Open Source Initiatives and Commercial Vendors in the Education Market" zufolge, wird der Bildungssektor im Jahr 2012 weltweit etwa 489,9 Millionen US-Dollar in Open-Source-Software und Service und Support investieren.
Zu diesem Schluss kommen die Marktforscher von Datamonitor durch Umfragen unter Herstellern und Verantwortlichen in Schulen aus 14 Ländern - darunter die USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Indien, die Niederlande, Spanien und Italien. Heute lägen die Ausgaben hierfür bei 286,2 Millionen US-Dollar.
Der Umfrage zufolge gehen die Bildungseinrichtungen davon aus, dass sie über Open-Source-Software eine höhere Kontrolle haben als über proprietäre Produkte. So könnten sie selbst Änderungen an den eingesetzten Lösungen durchführen.
Vor allem der Lock-In-Effekt proprietärer Produkte sei ein Problem, da die Institutionen den Eindruck hätten, ihnen würden Updates aufgezwängt, wenn sie keines brauchen, heißt es in der Studie weiter. Viele der Befragten sind außerdem der Meinung, dass die proprietären Produkte sie daran hindern, ihre Informationen und Methoden mit anderen zu teilen - mit Open-Source-Software hingegen ließen sich bessere Verfahren implementieren, um Lehrmaterialien beispielsweise online verfügbar zu machen.
Die Organisation One Laptop Per Child (OLPC) könne ebenfalls Auswirkungen auf den Bildungssektor haben. Sollte das Projekt erfolgreich sein, könnte es andere Hersteller dazu bringen, günstige Produkte für Entwicklungsländer anzubieten. Zum anderen könnten auch andere Länder das Gerät nutzen, wie es bereits in Alabama geplant ist.
(Quelle: Golem/Heise / Bild: helix7)
Zum Thema auch die BBC-Dokumentation "The Codebreaker" bei Google-Video oder - in Teilen aber dafür besserer Qualität - bei YouTube.